Summary

Die Fotografien (2004-2006) richten ihren Fokus auf scheinbar beiläufige Szenen, die entweder mit Bedeutung aufgeladen sind oder aber suggerieren, eine solche zu besitzen. Sie zeigen eine Zone der Verunsicherung, in der Gegenstände oder architektonische Details von Kontexten zu sprechen scheinen, die der Fotografie selbst äußerlich bleiben und auch über den Titel nicht eingeholt werden. Im Gegenteil, auch dieser fügt sich der Bildkomposition wie eine kommentierende Ebene hinzu, die suggestiv bleibt.
Oft wirken Susanne Kriemann’s Fotografien wie collagiert – verschiedene Realitätsebenen scheinen hintereinander gestaffelt. Dennoch manipuliert Kriemann nichts. Einige Motive sehen aus, als seien sie in den sechziger oder siebziger Jahren aufgenommen. Die Gegenwart schiebt sich in diese Bilder von den Rändern her ein, wenn beiläufige Details auf das Heute verweisen. Diese Verschiebung oder Verlagerung interessiert Susanne Kriemann auch aus der Perspektive der Verbildlichung von Historie in Monumenten einerseits und den ephemeren Momenten einer geschichtsvergessenen Gegenwart andererseits.

(Vanessa Joan Müller)

Datasheet

Conditioned Air (Copenhagen), 2005

Conditioned Air (Berlin), 2005

Olympia (former Nazi Party Rally Grounds Nuremberg), 2004